Title: DIE PRODUKTION VON SICHERHEITSGLAS: WELCHE SCHRITTE MACHEN DAS GLAS SO SICHER?
Author: RegioHelden
Published: 2. Juli 2020
Last modified: 7. Februar 2024

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# DIE PRODUKTION VON SICHERHEITSGLAS: WELCHE SCHRITTE MACHEN DAS GLAS SO SICHER?

 Veröffentlicht am 2. Juli 20207. Februar 2024

Unter dem Begriff Sicherheitsglas werden verschiedene Glassorten zusammengefasst,
die aufgrund besonderer Eigenschaften von gewöhnlichem Glas abgrenzbar sind. Welche
Eigenschaften das Glas genau aufweist, bestimmt das Herstellungsverfahren. Am häufigsten
finden die Verfahren zur **Herstellung von Einscheiben- und Verbund-Sicherheitsglas**
Verwendung. Wir, als Ihre kompetente [Glaserei in Berlin-Schöneberg](https://www.glaserei-folientechnik.de/)
und der Umgebung möchten Ihnen die unterschiedlichen Produktionsschritte vorstellen.

## VERÄNDERTE EIGENSCHAFTEN FÜR MEHR SICHERHEIT

Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) und Verbund-Sicherheitsglas (VSG) weisen Eigenschaften
auf, die nicht nur das **Verletzungsrisiko **beim Glasbruch **vermindern**, sondern
auch den **Einbruchsschutz erhöhen**. Diese Eigenschaften sind:

 * Erhöhte Schlag- und Stoßfestigkeit
 * Abgerundete Splitter bei Bruch von ESG
 * Fixierung der Splitter an der Folie bei Bruch von VSG

Neben der schweren Durchlässigkeit bzw. der hohen Stabilität punktet Sicherheitsglas
auch durch einen **erhöhten Schallschutz** und eine **verbesserte Wärmeisolierung**.
Mit speziellen Sicherheitsfolien lassen sich zudem ein UV-Schutz oder eine Verdunklung
in das Glas integrieren.

Haben Sie auch schon von der **elektrischen Fensterfolie** gehört? Mit der schaltbaren
Folie entscheiden Sie selbst per Knopfdruck, ob Sie ein klares Fenster oder Milchglas
wünschen. Dieses können Sie sogar noch dimmen und somit Ihren Sichtschutz ganz nach
Ihrem Bedarf anpassen.

![Sicherheitsglas Berlin](https://www.glaserei-folientechnik.de/wp-content/uploads/
sites/5858/2020/07/sicherheitsglas-berlin-1024x597.jpg)

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## PRODUKTION VON EINSCHEIBEN-SICHERHEITSGLAS

Die Produktion von ESG erfolgt in den zwei Schritten **Aufheizen** und **plötzliches
Abkühlen**. Beim Aufheizen wird das Glas auf Temperaturen oberhalb der sogenannten
Transformationstemperatur erhitzt. Dazu wird das Glas auf horizontalen Rollen in
einen Ofen gefahren und unter ständiger Bewegung der Rollen auf etwa 630 °C aufgeheizt.
Während dieses Vorgangs ändern sich die Kristallstrukturen und damit die mechanischen
Eigenschaften des Glases. Das Glas beginnt zu „fließen“, ohne dass eine Schmelze
im herkömmlichen Sinn entsteht.

Nach dem Aufheizen erfolgt die schlagartige Abkühlung unter einem kalten Luftstrom.
Wird die Temperatur plötzlich gesenkt, kühlt das Glas an der Oberfläche schneller
ab als in der Mitte. Dies führt zur Ausbildung einer Druckspannung an der Oberfläche
und einer Zugspannung in der Mitte des Werkstückes. Dies bedingt die veränderten
Eigenschaften wie die **erhöhte Stoß- und Schlagfestigkeit**. Aufgrund dieser Spannungen
ist eine anschließende mechanische Bearbeitung des Glases nicht mehr möglich, sodass
formgebende Maßnahmen vor der Wärmebehandlung erfolgen müssen.

## PRODUKTION VON VERBUND-SICHERHEITSGLAS

Im Gegensatz zum ESG besteht das VSG aus mehr als einer Komponente. Dabei werden
die **gesteigerten Sicherheitsmerkmale** hier nicht direkt durch eine Veränderung
des Glases an sich, sondern durch den Einsatz von reißfesten und zähelastischen 
Folien erzeugt. Bei der Herstellung von VSG entsteht zuerst ein Verbund aus zwei
oder mehr Flachglasscheiben mittels Folien, meist Polyvinylbutyral- oder Ethylenvinylacetat-
Folien.

Der Prozess teilt sich dabei ebenfalls grundsätzlich in **zwei Schritte**: Zuerst
wird der Glas-Folien-Verbund unter leicht erhöhten Temperaturen bei ca. 65 °C und
dem Einsatz von mechanischem Druck durch eine Walzpresse gefahren. Der Verbund wird
somit zusammengepresst. Hier werden die Folien erweicht, die Schichten aneinandergeklebt
und Lufteinschlüsse zwischen den Schichten entfernt.

Um hochwertiges VSG herzustellen, wird der Verbund anschließend in einem gasdicht
verschließbaren Druckbehälter, dem Autoklav, mit Temperaturen um die 150 °C und 
einem Druck von ca. 12 bar behandelt. So kann die Folie ausgehärtet und eine **stabile
und langlebige Verbindung der einzelnen Schichten** sichergestellt werden. Steht
kein Autoklav zur Verfügung, kann der zweite Herstellungsschritt auch in einem Vakuumofen
erfolgen. Da hier kein Druck auf den Verbund ausgeübt wird, erhöht sich allerdings
das Risiko von Delamination oder Mikrorissen.

Egal, für welches Sicherheitsglas Sie sich entscheiden – klar ist, dass es aufgrund
der besonderen Herstellungsschritte ebenso besondere Eigenschaften aufweist, die
eine **erhöhte Sicherheit** garantieren!

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